Auf Entdeckungsreise durch Dresden
Gabriele Kalmbach hat viele Jahre für andere Autoren gute Bücher produziert, jetzt schreibt sie selbst welche. Auf abseitigen Wegen durchstreifte sie Dresden und fand viele versteckte Plätze und geheime Winkel, über die selbst mancher Einheimische staunen dürfte. Ob man diese Orte als Tourist gesehen haben muss, darüber lässt sich gewiss streiten. Der Gast von Elbflorenz wird wohl doch zur Frauenkirche und zur Gemäldegalerie Alte Meister eilen und nicht zum Rhododendrongarten nach Wachwitz oder zum Prießnitz-Wasserfall in der Dresdner Heide. Die Idee des Verlages, solche „anderen Reiseführer“ herauszugeben, war aber offensichtlich doch nicht die schlechteste. Denn mittlerweile gibt es mehr als zwei Dutzend verschiedene Bände, u. a. über Leipzig, Berlin, Köln und das Saarland. Wer vom Dresden-Reiseführer ein Exemplar der 1. Auflage vorliegen hat, sollte es gut aufheben, denn es stellt eine kleine Rarität dar: Entgegen allen Gepflogenheiten hat das Buch keinen Bildnachweis – der befindet sich im Leipzig-Reiseführer und der Bildnachweis vom Leipzig-Reiseführer gewiss irgendwo im Nirwana verschwunden.
„111 Orte in Dresden, die man gesehen haben muss“, Emons Verlag, Köln und Regensburg, www.emons-verlag.de, 240 Seiten, ISBN 978-3-89705-909-2, 14,95 Euro
Reiseführer zu Lieblingsplätzen
Von der Nordsee bis nach Wien reicht die Reihe „66 Lieblingsplätze …“, ergänzt um jeweils 11 Brauereien, Winzer, Ausflugslokale, Erlebnisbäder oder berühmte Persönlichkeiten. Reinhard Pelte, der seine Lieblingsplätze zwischen Nord- und Ostsee vorstellt, liebt offensichtlich gutes Essen, denn er hat sich für 11 Köche entschieden. Ein gewagtes Unterfangen, denn gute Köche wechseln vielfach die Restaurants wie andere ihre Hemden. Man darf gespannt sein, wie viele sich davon noch in der nächsten Auflage wiederfinden. 18 Bände umfasst die erst 2011 eingeführte Reihe inzwischen – fast kurios, dass es aus Sicht des Verlages offensichtlich keine Lieblingsplätze zwischen Rügen und dem Erzgebirge gibt. Der Osten Deutschlands ist bislang tabu! 49 Prozent der Westdeutschen, so ergab eine Umfrage, seien noch gar nicht oder sehr selten in dem Teil Deutschlands, der sich bis 1990 DDR nannte. Vermutlich gehören die Verlagsoberen von Gmeiner dazu. Nur Mut ihr Lieben in Meßkirch! Wenn die rund 1000 km bis nach Rügen zu weit und bei den gegenwärtigen Spritpreisen zu teuer sind, nach Dresden sind es nur rund 600 km zu fahren und bis zu Goethe und Schiller nach Weimar nicht einmal 500 km.
„66 Lieblingsplätze und 11 Köche zwischen Nord- und Ostsee“, Gmeiner-Verlag, Meßkirch, www.gmeiner-verlag.de, 190 Seiten, ISBN 978-3-8392-1160-1, 14,90 Euro
1000 Jahre Stadtgeschichte auf 176 Seiten
Dieser Behauptung hat noch keiner widersprochen: Prag gehört zu den historisch und kulturell reizvollsten Städten Europas. In seiner 1000-jährigen Geschichte wurden viele Chroniken vollgeschrieben. Tobias Weger hat wesentliche kulturhistorische Informationen herausgezogen und legt sie auf 176 Druckseiten vor. Wir erfahren Interessantes aus der Zeit der Jagiellonen ebenso wie aus der Zeit der Habsburger, der Einverleibung durch Hitler und der Zeit der kommunistischen Diktatur. Es ist eine knappe Darstellung, aber eine verständliche und eine lesenswerte.
„Kleine Geschichte Prags“, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, www.verlag-pustet.de, ISBN 978-3-7917-2329-7, 14,90 Euro