Sie gelten als die Bibeln unter den Restaurantführern, der Michelin und der Gault Millau. Für manchen Chef de Cuisine brach schon eine Welt zusammen, wenn ihm Sterne aberkannt oder Punkte und Kochmützen weggenommen wurden. Der Michelin stellt in seiner aktuellen Ausgabe 2157 Restaurants und 4227 Hotels vor, der Gault Millau kommentiert 1060 Restaurants und gibt 370 Hotelempfehlungen. In beiden finden sich nicht nur Häuser der Spitzengastronomie, für deren Besuch eine gut gefüllte Geldbörse erforderlich ist, sondern auch Restaurants für den kleineren Geldbeutel. Wer gut essen möchte, braucht Deutschland nicht zu verlassen. Nach Frankreich, so das Ergebnis der anonymen Michelin-Tester, hat Deutschland die meisten Adressen mit der höchsten gastronomischen Auszeichnung in Europa. Zum „Koch des Jahres“ kürten die Kritiker des Gaul
Millau Andree Köthe vom Essigbrätlein in Nürnberg, der auch beim Michelin punktete: Der vergab 2 Sterne. Eine solche Übereinstimmung ist nicht immer gegeben, letztlich handelt es sich immer um Momentaufnahmen.
Zu welchem der beiden Führer soll man greifen? Wer kurz und prägnante Hinweise mag, der liegt mit dem Michelin richtig, wer aber auch Lesevergnügen wünscht, sich an teilweise sarkastischen, spitzen Bemerkungen amüsieren möchte, der greift zum Gault Millau. Für die Sakkotasche oder gar für eine kleine Damenhandtasche sind beide nicht geeignet – ausführliche Texte ergeben auch ein umfangreicheres Werk und das hat sein Gewicht: Der Gault Millau wiegt 1 Kilogramm und 107 Gramm, der Michelin dagegen bringt 646 Gramm auf die Waage. Vielleicht hilft das dem einen oder anderem bei der Wahl. Bewu.
Der Michelin-Führer Deutschland 2012: 1440 Seiten, ISBN 978-2-06-716584-7, 29,95 €, www.ViaMichelin.de
Gault Millau Deutschland 2012: Christian Verlag, 914 Seiten, ISBN 978-3-88472-955-7, 29,95 €, www.gaultmillau.de
Die Bücher der Reihe „Gebrauchsanweisungen“ sind Liebeserklärungen von Orts- und Landeskennern. Als erstes erschien 1978 „Gebrauchsanweisung für Amerika“ von Paul Watzlawick, von dem bis heute rund 330 000 Stück verkauft wurden. Die Bücher zu lesen bereitet Genuss, sie sind flüssig geschrieben, eine spannende und unterhaltsame Lektüre. So führt der Kabarettist Bernd-Lutz Lange durch sein Leipzig, in Auerbachs Keller, durch das Barfußgässchen und zum Hauptbahnhof, wo er feststellt, dass der mehr Shoppingmeile als Bahnknotenpunkt ist. Jakob Hein kostet für die Leser in der Hauptstadt Berlin Currywurst, Döner und Buletten, bummelt durch das Szeneviertel Prenzlauer Berg. Die Ergebnisse liefert er in „Gebrauchsanweisung für Berlin“. Kai Strittmatter ist in Istanbul unterwegs mit Fischern und Bauchtänzerinnen, mit Designern, Schriftstellern, mit Schuhputzern und Barbieren. Und von Verena Lueken erfährt man, dass New York die tiefsten Schlaglöcher, die verheerendsten Stromausfälle und Mietpreise sowie den berühmtesten Großstadtbahnhof hat. Wer die beschriebenen Städte oder Länder noch nicht kennt, bekommt Lust, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Über 70 verschiedene Titel sind lieferbar, insgesamt wurden mehr als 2,2 Mio Stück verkauft. Die neuesten Gebrauchsanweisungen: Burgenland, Paris und Island.
Der umfangreichste Reiseführer über Sachsen stellt die größte aus Ziegelsteinen erbaute Brücke der Welt ebenso vor wie Europas reichste Schatzkammer, die älteste Raddampferflotte und das größte Porzellanbild der Welt. Kein anderes Bundesland wartet mit so vielen Superlativen auf wie der Freistaat im Osten Deutschlands. Mehr als 900 Besichtigungstipps in rund 180 Orten haben die Autoren ausgewählt.


